Die Anfänge der Wählergruppe Gemeinde Scheyern 1978: Wunsch nach mehr Wahlmöglichkeiten
Wie bei Vereinen üblich, setzte man sich auch beim Scheyerer Schützenverein nach den Trainingseinheiten noch in gemütlicher Runde zusammen, um sich auszutauschen. Bei den angeregten Gesprächen ging es unter anderem auch sehr häufig um die Scheyerer Gemeindepolitik. Hierbei wurde von vielen Teilnehmern immer wieder bedauert, dass man eigentlich gar keine richtige Wahlmöglichkeit zum Scheyerer Gemeinderat hatte, da es ja nur eine Gruppierung, den Bürgerblock, und keine weitere Option gab. Von den 16 aufgestellten Kandidaten mussten 12 Gemeinderäte und der Bürgermeister gewählt werden. Dies war vielen Scheyerer Bürgern zu wenig Demokratie. So beschlossen eine Schar Mitglieder des Scheyerer Schützenvereins, die geringe Wahlmöglichkeit nicht nur anzuprangern, sondern beauftragten aus ihren Reihen Klaus-Dieter Möller, Heinz Raith, sowie Helma und Ludwig Wagner, sich um die Aufstellung einer parteiunabhängigen Gruppierung zu bemühen. Um sich über die rechtlichen Bestimmungen zur Anerkennung einer Wählergruppierung zu informieren, wurde sofort eine Wahlordnung gekauft und die notwendige Unterschriftenliste im Rathaus ausgelegt. Innerhalb weniger Tage fanden sich weit mehr als die geforderten wahlberechtigten Unterstützer in der Gemeinde ein und ermöglichten durch ihre Unterschrift die Aufstellung eines zweiten Wahlvorschlags zur Gemeinderatswahl 1978. Nun machte man sich auf die Suche nach Kandidaten und einem Namen für die Gruppierung. Es bestand Einigkeit darüber, dass man parteiunabhängig und nur zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Scheyern aktiv werden wollte. Beides sollte auch im Namen „Wählergruppe Gemeinde Scheyern“ (WGS) zum Ausdruck kommen. Schnell waren Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen gefunden, die sich für die WGS zur Wahl stellten. Dass sich viele Scheyerer Bürgerinnen und Bürger eine zweite Liste zur Gemeinderatswahl wünschten, kam bereits in der überaus gut besuchten ersten Wahlversammlung der WGS zum Ausdruck. In dieser Veranstaltung wurden die Kandidatinnen und Kandidaten und das Wahlprogramm der WGS vorgestellt. Bei den folgenden Gemeinderatswahlen konnten die Kandidaten der WGS vier Sitze erobern. Den Sprung in das Scheyerer Gemeindeparlament schafften Frau Helma Wagner und die Herren Anton Hübl, Richard Kügel und Klaus-Dieter Möller. Bemerkenswert für das damalige Scheyern war, dass erstmals eine Frau und ein Preuße, noch dazu ein Lutherischer, in den Gemeinderat für die Wahlperiode 1978-1984 gewählt wurden.
Wahlperiode 1984 – 1990
Auf die gute Gemeinderatsarbeit der WGS Gemeinderäte der vorhergehenden Legislaturperiode aufbauend konnten bei den Gemeindewahlen 1984 fünf Sitze für die Wählergruppe Gemeinde Scheyern erobert werden. Zu den bisherigen Gemeinderäten Frau Helma Wagner und Herrn Anton Hübl wurden neu hinzugewählt die Herren Johann Gerlsbeck, Fritz Hammer und August Kreitmeyer. Zu diesen Gemeinderatswahlen benannte sich der Bürgerblock um in CSU/Bürgerblock, außerdem gab es eine Liste mit SPD- und eine weitere Liste mit FW-Kandidaten. Die größten Herausforderungen der Legislaturperiode von 1984-1990 waren neben vielen anderen Dingen die Schaffung einer gemeindlichen Wasserversorgung, der Bau eines gemeindlichen Bauhofs mit Feuerwehrhaus und die Verwirklichung eines Baulandmodells. Alle Projekte haben die WGS Gemeinderäte ganz entscheidend geprägt und in ihrem Fortgang forciert, um alle Zuschussmöglichkeiten für die Gemeinde auszuschöpfen und so zum Wohle der Gemeinde und deren Bürgerinnen und Bürger die kostengünstigsten Lösungen zu erreichen.
Wahlperiode 1990-1996
Zu den Gemeindewahlen 1990 trat die WGS erstmals mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten an. Leider konnte sich unser Bewerber Hans Fetsch nicht gegen den Amtsinhaber Rudi Reimer durchsetzen. Als WGS Gemeinderäte wurden Frau Helma Wagner und die Herren Hans Fetsch, Johann Gerlsbeck und Fritz Hammer gewählt. Die wichtigsten Entscheidungen des Gemeinderates in der Legislaturperiode 1990-1996 waren der Kauf der Bundeswehrliegenschaften, der Bau eines gemeindlichen Kindergartens und die Ansiedlung eines Einkaufsmarktes in Scheyern. Mit unserem Vorschlag, den gemeindlichen Kindergarten an einem ruhigeren Standort anzusiedeln, konnten wir uns leider nicht durchsetzen.
Die förmliche Gründung der Wählergruppe Gemeinde Scheyern 1996
Die bislang sehr lose Bindung in der nicht förmlich organisierten WGS hatte jeweils nur zur Aktivitäten unmittelbar vor einer Listenaufstellung zu den Kommunalwahlen geführt. Daher sollte die Bindung der Aktiven und der Interessierten künftig enger gestaltet werden, vor allem der Austausch mit den gewählten Gemeinderäten. Letztlich sprachen auch finanzielle Aspekte für eine förmliche Vereinsgründung. Auf diesem Hintergrund trafen sich am 18. September 1996 im Gasthaus Hoiß in Mitterscheyern 15 Gemeindebürger zu einer Gründungsversammlung des Vereins „Wählergruppe Gemeinde Scheyern (WGS)“.
Gründungsmitglieder waren Anna Doppler, Hans Fetsch, Ottilie („Tilly“) Grubwinkler, Fritz Hammer, Reinhold Hellinger, Manfred Leeb, Hans-Herbert Mooser, Albert Müller, Erich Ostermeier, Siegmund Ostermeier, Heinz Raith, Helmut Reim, Günther Richter, Franz Schönauer und Benedikt Steger.
Zum 1. Vorsitzenden wurde Benedikt Steger gewählt, zu seinen Stellvertretern Reinhold Hellinger und Tilly Grubwinkler, zum Kassier Albert Müller sowie zum Schriftführer Günther Richter.
Wahlperiode 1996-2002
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Wahlperiode 2002-2008
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Wahlperiode 2008-2014
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Wahlperiode 2014-2020
Im Februar 2019 beschloss der Gemeinderat gegen die Stimmen der WGS-Fraktion die Weiterführung der Planung der neuen Ortsmitte – mit einem gegenüber dem Ursprungsentwurf nochmals vergrößerten Neubau und ohne jegliche Information über die Gesamtkosten. Am 09.07.2019 wurde schließlich die Umsetzung des Projektes mit einem Kostenrahmen von 10,7 Mio. Euro beschlossen („inkl. Abzug voraussichtlicher Städtebauförderung“).
Wahlperiode 2020-2026
Im Vorfeld der Kommunalwahlen 2020 sorgte die neue Ortsmitte weiter zu kontroversen Diskussionen. WGS-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Inderwies hatte gemeinsam mit STS-Vorsitzendem Stefan Koller ein Bürgerbegehren initiiert, um alternativ zu diesem Mammutprojekt das bestehende Rathaus und den Anbau der Waldbauernschule zu sanieren. Obgleich mit 460 Unterschriften die erforderliche Anzahl der Unterstützer weit übertroffen war, wies die Gemeinde das Bürgerbegehren wegen angeblicher formaler Mängel zurück. In den Gemeinderatswahlen verlor die WGS darauf zwei Sitze, welche an die neu formierte Gruppierung er Grünen gingen. Der Bau der neuen Ortsmitte war letztlich prägendes Thema dieser Wahlperiode, das Objekt wurde am 29.09.2024 offiziell eingeweiht. Die Gesamtkosten wurden von der Verwaltung im Januar 2026 mit 17,4 Mio. Euro angegeben.
